Meet the AI TRAQC Team – Interview mit Claudia Münch-Dinkel

Meet the AI TRAQC Team – Interview mit Claudia Münch-Dinkel

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Claudia Münch-Dinkel ist Leiterin des Education Support Centers und Projektleiterin des Dual Assessment bei der DHBW Heilbronn.  Im Projekt AI TRAQC ist sie als Mitarbeiterin im Teilbereich „Qualification & Training“ tätig.

1. Welche Rolle übernimmst du in deinem Teilvorhaben und wie trägst du zum Projekt bei?

Claudia Münch-Dinkel: Ich war bereits bei der Ausschreibung des Projekts mit dabei und als es dann im Rahmen von RegioWin gewonnen wurde, habe ich mich sehr darüber gefreut. Seither kümmere ich mich hauptsächlich um die organisatorischen Voraussetzungen zur Durchführung des Teilprojekts „Training & Qualification“, um das Projektmanagement, die Ressourcen – insbesondere die Finanzen – und die Kommunikation des Projekts innerhalb der gesamten DHBW. Denn obwohl es sich um ein lokales Projekt für die Region Heilbronn-Franken handelt, hat es natürlich eine Strahlkraft darüber hinaus und könnte als Best Practice für andere Regionen in Baden-Württemberg oder Deutschland dienen.

2. Was ist das spannendste Ergebnis oder die größte Erkenntnis, die du bislang aus deiner Arbeit bei AI TRAQC gewonnen hast?

Claudia Münch-Dinkel: Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass KI sehr vielfältig ist. Das gilt auch für die Vielzahl der KI-Tools: Wöchentlich gibt es neue Erkenntnisse und die Zahl an Möglichkeiten, wie man KI heute und künftig nutzen kann ist nicht überschaubar. Auf der einen Seite steht die Angst, dass der Datenschutz nicht funktioniert, auf der anderen Seite die Angst, etwas zu verpassen. Das gilt sowohl für die private als auch die berufliche Nutzung. Fast alle Menschen und Unternehmen befinden sich gerade in diesem Prozess. Ich kann das ein wenig mit der Einführung der ersten PCs vergleichen, die ich am Anfang meiner Berufstätigkeit erlebt habe. Auch damals hätte man nicht erahnen können, wohin es führt. Ich mag diese „Goldgräberstimmung“ – für mich liegt hier tatsächlich die größte Chance zur Verbesserung der aktuellen wirtschaftlichen Lage.

3. Welche Technologien oder KI-Anwendungen (auch aus dem Projekt) findest du besonders vielversprechend, um KMU bei der Digitalisierung und Effizienzsteigerung zu unterstützen?

Claudia Münch-Dinkel: Aus meiner Sicht gibt es nichts Bestimmtes, denn die Anwendungsmöglichkeiten sind ja vielfältig. Das merkt man schon bei der eigenen täglichen Arbeit. Da gibt es auf jeden Fall viel Potenzial. Was das Projekt betrifft, entwickeln sich im Austausch mit den Unternehmen viele Themen, die wir immer weiter clustern können. Am spannendsten finde ich persönlich die Anwendungen im Bereich Marketing und Vertrieb. Einerseits da ich ursprünglich aus diesem Bereich komme, andererseits, weil es um Anwendungen geht, die mehr oder weniger alle Unternehmen betreffen, ganz unabhängig vom Produkt oder der Dienstleistung.

Sehr spannend finde ich alle Technologien, in denen Avatare eingesetzt werden, die mit dem Anwender (mehrsprachig) in den Dialog gehen können. Da sehe ich Potenzial unabhängig von der Anwendung, da unterschiedlichen bzw. fehlende Sprachkenntnisse für viele Unternehmen, insbesondere KMU, eine Herausforderung darstellen und z.B. Anleitungen heute auch immer weniger gelesen werden.

4. Gibt es aus deiner Erfahrung heraus konkrete Hindernisse oder Missverständnisse, die KMU bei der Einführung von KI überwinden müssen? Wie kann das Projekt dabei helfen?

Claudia Münch-Dinkel:

Der Satz, den wir zurzeit am häufigsten hören, ist „Ich habe keine Zeit, mich um die KI-Thematik zu kümmern, auch wenn es super spannend ist.“ Das kann einerseits sehr gut nachvollziehen, andererseits bin ich davon überzeugt, dass es sich auf jeden Fall lohnen wird.

Beim Nachdenken über den KI-Einsatz im Unternehmen innerhalb der Wertschöpfungskette kommen in unseren Austauschformaten auch immer Automatisierungspotenziale zum Vorschein. Dafür wäre nicht einmal KI notwendig. Wir versuchen, den KMU mit verschiedenen Formaten ganz einfach Einblicke und Ideen zu vermitteln, z.B. durch die „Schlaue Mittagspause“ oder in halbtägigen Workshops, bei denen immer Zeit ist, über die eigenen Aufgaben im Unternehmen zu reflektieren.

5. Wie siehst du die Entwicklung des KI-Ökosystems in der Region Heilbronn-Franken in den kommenden Jahren und welche Rolle spielen dabei KMU?

Claudia Münch-Dinkel: Mit dem IPAI-Campus wird etwas Einzigartiges geschaffen und bin ich überzeugt, dass wir so europäisches KI-Zentrum werden. Davon profitieren wir letztlich alle, sowohl als Privatpersonen als auch als Mitarbeiter von Unternehmen, Einrichtungen oder Hochschulen. Schon heute sind viele Unternehmen der Region am IPAI beteiligt. Der Vorteil der Region wird auch in Zukunft erhalten bleiben: Wir haben starke Mittelständler- beispielsweise aus der Verpackungstechnik – , die sich gerne auch einmal als KMU bezeichnen und die sicher ihre Wurzeln in der Region behalten werden, egal wo letztendlich produziert wird.
Mit der Weiterentwicklung des IPAI sehe ich große Chancen, dass diese Unternehmen bzw. deren Mitarbeiter die Start-Up Möglichkeiten im KI-Verbund noch besser nutzen können. Alle „Weltmarktführer“ haben vor 70 Jahren mal klein angefangen, vielleicht kommt jetzt mit KI die nächste große industrielle Revolution. Ich stelle mir das so vor: Die momentane Krise ist schließlich auch immer eine Chance.

6. Inwiefern siehst du die Möglichkeit, dein Wissen und deine Fähigkeiten durch dieses Projekt weiterzuentwickeln?

Claudia Münch-Dinkel: Ich freue mich einfach und bin sehr dankbar, dass ich (noch) dabei bin und das Aufkommen von KI in meinem Berufsleben noch erlernen und anwenden kann. Ich kann meine Berufserfahrung quasi um KI erweitern und alles neu überdenken. Natürlich muss man sich auch zu KI ständig weiterbilden, aber nur so kann man ja auch erkennen, was möglich ist. In unserem Teilprojekt entwickeln wir Angebote und Formate zur Weiterbildung im Bereich KI und diese nutze ich auch selbst.

7. Wohin glaubst du, wird die „KI-Reise“ in den nächsten Jahren gehen?

Claudia Münch-Dinkel: Die Künstliche Intelligenz wird unsere Welt verändern – insgesamt zum Positiven, so wie letztlich ich auch das Aufkommen von Handys (natürlich wird es wie überall auch hier die Schattenseiten geben).

Die Arbeitswelt wird sich nochmals umgestalten. Ich habe angefangen, als es noch Telefon, Fax und Rohrpost gab. Aufgaben wurden nacheinander abgearbeitet und auf Antworten (per Post) wartete man schon mal drei Tage.

Heute arbeiten wir mit Videokonferenzen, E-Mail, Handy, Telefonieren oder Chatten über PC-Programme. Google beantwortet Fragen sehr schnell mit KI.  Die höhere Effizienz auf der einen Seite benötigt eine kritische Auseinandersetzung auf der anderen. Das wird für alle eine große Herausforderung werden, insbesondere in den nächsten Jahren für unsere Hochschule: Wie verändert KI die Lehre und die Lehrinhalte? Braucht es neue Module? Wie können wir mit den KI-Entwicklungen unserer unterschiedlichen dualen Partner Schritt halten und umgekehrt? Welche Prüfungsformen nutzen wir?

Claudia Münch-Dinkel - Projektmitarbeiterin Training & Qualification

Claudia Münch-Dinkel ist Leiterin des Education Support Centers und Projektleiterin des Dual Assessment bei der DHBW Heilbronn.

Im Projekt AI TRAQC ist sie Mitglied des Team „Qualification & Training“.

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