Wie es gelingen kann, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht nur technisch, sondern auch werteorientiert und fair in Unternehmen und Institutionen zu gestalten, zeigte unser AI TRAQC-Workshop am 5. März 2026.
Während viele Unternehmen derzeit vor allem auf die Herausforderungen in der technischen Implementierung oder der Schulung ihrer Mitarbeitenden fokussiert sind, zeigte der Workshop, dass nachhaltige KI-Einführung mehr braucht: nämlich Verantwortung, Reflexion und gemeinsame Werte.
Basierend auf den Methoden und Forschungsergebnissen des Labs für Sozioinformatik von Prof. Dr. Nicola Marsden an der Hochschule Heilbronn gab Dr. Annelie Rothe-Wulf kurze Impulse zu sozialverantwortlicher KI-Gestaltung und zu den Grundlagen von Fairness in KI-Systemen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit möglichen Verzerrungen (Bias) in KI-Ergebnissen sowohl auf Entwicklungs- als auch Nutzungsebene und der Frage, wie Verzerrungen erkannt und vermieden werden können. Denn jedes KI-System ist immer auch Ausdruck der Perspektiven, Werte und Annahmen seiner Entwickler*innen und ein Spiegel gesellschaftlicher Konventionen und Erwartungen. Leitlinien und Prinzipien können Unternehmen und Organisationen dabei unterstützen, gerechte und faire KI-Anwendungen auszuwählen und zu implementieren. Doch genauso wichtig ist es, Mitarbeitenden Strategien und Werkzeuge an die Hand zu geben, wie sie selbständig KI-Anwendungen sozialverantwortlich, werteorientiert und reflektiert nutzen können.
Deshalb erarbeiteten alle Teilnehmenden in interaktiven Übungen einen „Werkzeugkoffer“ mit konkreten Methoden und Strategien, um KI-Anwendungen im eigenen Arbeitsalltag gerecht und fair zu nutzen. Dazu gehörten unter anderem Prompting-Methoden die KI-Nutzer*innen ermächtigen, Prompting-Techniken gezielt und reflektiert für die Vermeidung von Verzerrungen einzusetzen. Ebenso wurde gemeinsam daran gearbeitet, individuelle und organisationale Werte zu definieren und sichtbar zu machen, um sie als ein Teammanifest festzuhalten und anhand konkreter Beispiele für alle verbindlich umsetzbar zu gestalten.
Der Workshop lebte von der Vielfalt seiner Teilnehmenden, die aus ganz unterschiedlichen Unternehmen und Tätigkeitsfeldern stammten. Ihre verschiedenen Perspektiven machten deutlich, dass faire und verantwortungsvolle KI nur gelingen kann, wenn zahlreiche Akteur*innen und Unternehmensbereiche einbezogen werden und der Einsatz von KI stets im jeweiligen Anwendungsfall betrachtet und kontinuierlich geprüft wird. Menschliche Verantwortungsübernahme und Fachexpertise sind dafür unerlässlich.
Die verschiedenen Methoden finden Sie auch in unseren KI-Campus-Kursen zur sozialverantwortlichen KI-Gestaltung des Labs für Sozioinformatik der Hochschule Heilbronn: